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Die Heringsspende ...

Wie auch das Johannissingen wurde die Heringsspende von Äbtissin Lichte-Pfannkuche in den 1980er Jahren erneut eingeführt.

Die Heringsspende geht zurück auf eine Stiftung der Pelleke von Hodenberg aus dem Jahre 1522. Aus einem Vermögen von 100 Goldgulden sollten jährlich „für acht Schillinge Weißbrot und Graulaken an Schüler und arme Leute" sowie für den gleichen Betrag Weißbrot an die „Jungfrauen des Klosters" verteilt werden. 1548 wurde die Spende umgewandelt in „eine Tonne Heringe und so viel Brot, als dazu nötig sei", aber später wurde nur Brot, dann Getreide oder Mehl und schließlich bare Münze ausgeteilt.

Hufeisen

Im Jahre 1902 beklagte die damalige Äbtissin v. Marschalk den Missbrauch des Klostergroschens aus der Heringsspende. Die Schüler würden das Geld nur „verjubeln" und den bedürftigen Frauen sei die Annahme von Mehl oder Getreide peinlich. Da die mildtätigen Aufgaben des Klosters sehr zugenommen haben, wird die Heringsspende trotz des Protestes des Schulmeisters, der für die Austeilung einen Geldbetrag erhalten hatte, in die allgemeine klösterliche Armenfürsorge überführt.

Zum 1000jährigen Jubiläum belebte Äbtissin Lichte-Pfannkuche die Heringsspende in zeitgemäßer Form wieder: Alle zwei Jahre zum Ende des Schuljahres erhalten die Viertklässler der Walsroder Schulen süße Teigheringe. Sie werden an diesem besonderen Tag von den Klosterdamen durch’s Haus geführt und erhalten den Hering von der Äbtissin.